Sommerferien, schönes Wetter, was tut man da?

Sommerferien, schönes Wetter, was tut man da? 

 Dies fragte sich Martin auch, als er von den Sonnenstrahlen geweckt wurde. Er verließ sein Bett und schaute aus seinem Zimmerfenster raus. Hatte die Wettervorhersage, am Vortag nicht etwas von Regen erzählt? Er hatte in dem Moment, wo sie dies verkündeten, schon seine Pläne für eine Radtour beerdigt. Doch das änderte er nun ganz schnell. Zuerst mal, auf die Toilette. Danach zog er sich in Windeseile seinen Schlafanzug aus. Schlüpfte in seine Abenteuer Jeans, so wie das dazu gehörende Fahrtenhemd. Da er sich schon als Pfadi sah. Wie die Pfadfinder im Ort. Die hatte er dann, auch mal besucht. Denn er wollte auch da gerne mitmachen. Doch die spielten lieber Fußball oder machten andere ähnliche Sachen. Aber eben nichts, was nach Meinung Martins, mit Pfadfinder etwas zu tun hat.

Denn er hatte da aus Büchern heraus, eben eine andere Vorstellung von Pfadfindern. Deshalb ist er da auch nicht mehr hingegangen. Da konnte er ja besser sich selbst auf das Abenteuer Pfadfinder sein mit Hilfe der Bücher ausbilden. Hatte er dann für sich entschieden. Er brachte sich eben selbst alles bei. Da war zuerst die Knotenkunde. Wo er sich die wichtigsten Knoten beibrachte. Nur beim Fahrtenmesser waren seine Eltern da nicht ganz seiner Meinung. Doch ein Nachbar bot dann an, ihm den richtigen Umgang mit dem Messer beizubringen. So wie ihn auch dann einer Prüfung zu unterziehen. Ob er wirklich verantwortlich mit dem Messer umgehen konnte. Da er sich vorher schon durch seine Bücher gut geschult hatte, war dieses Problem dank des netten Nachbars auch schnell erledigt. Der war nämlich selbst mal Pfadfinder.

"Martin, ich kann dich gut verstehen, das die Pfadfindergruppe in unserem Ort dir nicht zusagt." Meinte er dann auch, als Martin ihm von seinem Besuch erzählte. "Deshalb bin ich da auch raus. Tipp gründe doch einfach deine eigene Pfadfindertruppe. Als Start schenke ich dir diesen alten Fahrtenrucksack. So wie einen Pfadfindergürtel von mir. Den so wie du die von mir gestellten Messerprüfungen bestanden hast, glaube ich an dich. Auch das du es schaffen wirst. Wenn du da noch fragen hast, komme einfach zu mir rüber. Ich werde dir, dann so gut ich kann, alles beantworten. Hier hast du dann noch ein Logbuch. Da trägst du alles ein, was du für dich als Pfadfinder getan hast. Lege mir das doch dann einfach mal nach den Sommerferien vor." Dabei schmunzelte er etwas. Doch Martin dachte nur, das er ihn so anschubsen wollte, etwas mehr zu wagen, als wie er es bis her schon getan hatte.

Nun kleine Radtouren hatte er schon gemacht. Doch mit Beginn der Sommerferien wollte er da nun doch mehr wagen. Damit er aber unterwegs, wenn dies Mal nötig werden könnte, Hilfe bekam, kaufte ihm sein Vater ein Handfunkgerät. Das je nach Örtlichkeit, zwischen 15 bis 20 Kilometer Reichweite schaffen sollte. Der Vater sagte dann, das er sich um 15 Uhr an seine Heimstation, setzen werde. Um auf eine Nachricht von Martin zu warten. So das er auf diese Weise sehen kann, ob sein Sohn richtig mit dem Funkgerät umgehen kann.

"Danke Paps, ich werde dich nicht enttäuschen. Außerdem hast du mir, was Funken angeht, ja auch alles super beigebracht." War darauf Martins Antwort.

Doch da war am ersten Ferientag, die Wettervorhersage abends nicht so prickelnd gewesen. Aber dies schien sich nun ja geändert zu haben. Als er dann fertig angezogen war, lief er in die Küche. Seine Eltern waren schon auf der Arbeit. Auf dem Tisch lag aber ein Zettel. Auf dem sie ihm einen schönen Ferienbeginn wünschten. Sofort schnappte er sich, denn daneben liegenden Kulli. Damit schrieb er nun auf einen neuen Zettel, das er sich ein paar Brote schmieren, zwei Flaschen Sprudel in den Rucksack packen würde. Um dann auf eine längere Radtour zu gehen. Schnell holte er die Landkarte aus dem Rucksack, in den er noch Essbesteck und seinen Müslinapf packte. Der Müslinapf diente ihm aber nicht, um damit nun unterwegs etwa Müsli zu essen. Es war einfach nur ein stabiler Plastiktopf mit einem Griff, in dem ein Loch war. So das man dieses ihn auch außen am Rucksack befestigen konnte. Da schönes Wetter war, packte er sich noch seine Badesachen, so wie auch Sonnencreme ein. Nun konnte es losgehen. An der Haustür zog er nun seine Sport und Wanderschuhe an. Holte sein Fahrrad aus dem Keller, um sich dann in den Sattel zu schwingen.

Der Vorort, in dem er nun mit seinen Eltern seit einem Jahr wohnte, nach dem der Großvater ihnen sein Haus vorweg schon überschrieben hatte und er in eine Seniorenresidenz umgezogen dann war. Was er sich locker leisten konnte. Da er als ehemaliger Bauer, noch einiges an Feldern und Wald besaß. Auch etwas, wo Martin noch herausfinden wollte, wie er seinen Opa mit dem Fahrrad besuchen konnte.

Das dieser Ort scheinbar sich noch im Tiefschlaf befand, wunderte Martin dann doch. Ein Blick auf seine Armbanduhr, haute ihn dann auch fast wieder vom Sattel. Den die zeigte ihm, das es erst kurz nach 5 Uhr morgens war. Dann trat er auch schon in die Pedale. Auf einem Block hatte er sich seine Fahrstrecke aufgeschrieben. Die er sich auf einer Karte der Gegend ausgesucht hatte. Zwei Stunden später machte er dann seine erste Rastpause. Danach ging es auch schon mit frischen Kräften weiter. Wie herrlich war es, so frei und ungebunden, in die weite Welt zu radeln. Wie es wohl sein würde, wenn dies nicht nur eine Tagestour, sondern eben ein paar Tage oder gar eine Wochen Radtour wäre? Nur müssten ebens eine Eltern damit einverstanden dann sein. Wo er dann doch hoffte das dies der Fall wäre.

Langsam wurde es auch richtig warm. Deshalb warf er nun einen Blick auf seine Karte, ob da nicht irgend ein Gewässer in erreichbarer nähe wäre. Als er Geschrei und das Geräusch von Wasser vernahm.

"Nun da scheinen ja welche, etwas zum Abkühlen gefunden zu haben. Mal schauen, ob das auch was für mich ist." Dachte Martin bei sich. Er bog in einen Weg ab, der zu einem Bauernhof führte. Also wenn der Teich, mehr wird es wohl nicht sein, zum Bauernhof gehörte, wird es wohl eher nichts, mit einem Sprung in das erfrischende Wasser. Als er dann an der Scheune vorbei kam, trat aus der ein älterer Mann heraus.

"Na mein Junge, wo willst du denn hin." Fragte der dann auch gleich. Da war es Martin schon klar, das dies wohl hier Privatgrundstück war. Die Person die nun vor ihm stand, dann wohl der Besitzer sein könnte. Ja wie sollte er nun reagieren? Er rechnete nun schon damit, das er ihn freundlich bat das Gelände wieder zu verlassen. Den freundlich und nicht böse, wirkte dieser Mann auf Martin.

"Ich war auf der Suche, nach einer Badestelle. Da hörte ich Geräusche, die mir sagten, das es da wohl eine geben könnte." Erklärte er nun dem Mann. "Doch die gehört wohl ihnen. Dann will ich nicht stören. Verschwinde auch sofort wieder."

"Halt nicht so schnell mit den jungen Pferden, mein Junge. Die, welche da so einen Radau machen, sind meine Enkel, mit ein paar ihrer Freunde." Stoppte der Bauer ihn nun. "Da kommt es auf einen mehr auch nicht mehr an. Wenn ihr euch vertragt. Kannst du gerne bleiben. Unser kleiner See liegt da am Ende des Trampelpfades. Viel spaß dann noch." So verabschiedete sich der Bauer. Martin bedankte sich aber noch höflich, bevor er nun sich fröhlich aufmachte dem Trampelpfad zu folgen. Der bog bald in einer Kurve ab und jetzt konnte Martin den Teich und eine Badestelle sehen. Wo er verstreute Kleidungsstücke sah. Doch fiel ihm da etwas ganz anderess ins Auge. Was ihm da gleich ins Auge stach, war ein großes schwarzes Zelt. Was nicht nach einem Campingzelt aussah.

"Was will der denn hier?" Rief dann auch so gleich einer der Jungen, der am Ufer des Teiches stand.

"Der Bauer meinte, ich könne hier mich ein wenig im Teich erfrischen. Soweit ihr nichts dagegen habt." Kam Martin einer Frage an ihn zuvor. "Heiße Martin und komme aus Gendenberg."

"Kann es sein, das du auf die Emil Steiner Schule gehst. Ich glaube, dich da mal gesehen zu haben." Meinte ein Junge, der einen wirklich knappen knallroten Badeslip an hatte. Da wurde Martin klar, das die alle so knappe, als auch ein wenig komische Badehosen an hatten.

"Ja auf die Schule gehe ich. Bin auf einer Radtour. Zeltet ihr hier?" Fragte Martin, sofort wurde ihm klar, das die Frage schon etwas bescheuert war. Immerhin stand da ja so etwas wie ein Zelt.

"So ist es. Darum steht da ja auch ein Zelt. Wir dürfen darin sogar übernachten." Entgegnete der mit dem roten Badeslip.

"Du guckst so komisch, ist das wegen unserer Badehosen? Die hat meine Oma selbst genäht. Sind welche, wie sie mein Opa als Kind gehabt hat." Meinte einer mit einem grasgrünen Badeslip. Ist zwar etwas ungewohnt damit zu schwimmen, ist aber schon möglich. Also wenn du schwimmen willst, dann tue das einfach. Wir haben da an einem Baum ein dickes Tau, damit schwingen wir uns von Land auf das Wasser raus. Ist voll cool. Solltest du auch mal ausprobieren. Macht einen Riesen Spaß."

"Dann werde ich das auch tun." Sagte Martin und begann sich auszuziehen. Vier Jungen stürmten alle zum besagten Seil. Nur der fünfte ging nun auf Martin zu als er gerade in seine Badehose steigen wollte.

"Hier, kannste ja auch mal ausprobieren. Was eben die Menschen früher zum Schwimmen angezogen haben." dabei hielt er ihm eine dunkelgelbe Badehose hin. Na warum nicht dachte sich Martin nun, nahm sie entgegen. Als er rein gestiegen war, merkte er gleich den Unterschied zu seiner Badehose. Der Stoff war härter. Auch garnicht elastisch, irgendwie so wie seine Jeans, war der Stoff. An der rechten Seite, musste man dann den Slip sogar mittels, Knöpfe zu machen. Über ein Schnürband, wurde dann die Hose am Bauch fester gezogen.

"Was grinst du denn so. Sehe ich etwa mit der Badehose so blöd aus?" Wollte er nun wissen.

"Nein, die Badehose ist es nicht. Heiße übrigens Ludger. Es ist nur so, du hast dich einfach so ausgezogen hast. Doch dich dann nicht dazu in ein Badetuch eingewickelt. Das tun eigentlich die wenigsten Jungen, die ich so kenne. Auch ein paar von meinen Freunden da drüben, sind hinter einem Busch verschwunden, um sich umzuziehen." Erklärte Ludger nun mit einem Grinsen. Für mich ist es egal, wenn mich einer Nackend sieht. Habe nichts zu verstecken."

"Ach so ist das." Lachte Martin befreit nun auf. "Da, wo ich früher gewohnt habe, bin ich jede Woche mit meinen Eltern zusammen, in die Sauna unseres Hallenbades gegangen. Jetzt wohnen wir im Reinder Bauernhof. Da will mein Vater in der Scheune jetzt unsere eigene Sauna einbauen. Wenn du willst, kannst du ja da mal vorbei kommen, sobald die fertig ist. Ist schon etwas schönes sich mal einer Temperatur von 70 Grad, vielleicht auch dann mal mehr auszusetzen. Nur sollte man dabei eben nackt dann sein."

"Wouw, ich war noch nie in einer Sauna. Habe aber schon davon gehört. Vor allem das es gesund sein soll." Dann grinste Ludger wieder. "Ja und nackt zu sein, macht mir wie gesagt nichts aus. Aber jetzt ab an die Taue." dann lief er schon los dicht gefolgt von Martin. Der sich zwar noch nicht richtig an diese Art von Badehose gewöhnt hatte. Doch bei dem Gedanken, das vielleicht sein Vater oder sein Opa, mit so etwas früher schwimmen waren, fand er das dann schon cool. Das Schwingen mit dem Tau raus auf den See, machte dann wirklich viel Spaß. Schnell wurde er so zu einem Mitglied dieser Gruppe und hatte viel Spaß. Die Gruppe saugte ihn geradezu auf. Sie waren so in ihrem Spiel dann vertieft. Das sie die Bäuerin und Oma von Ludger, mehrmals rufen musste, bis sie es wahrnahmen.

"Ah, ein neues Gesicht, aber in einer alten Badehose, nun wie gefällt sie dir. Ach ja ich bin hier für alle die Oma Anne." Stellte sie sich vor.

"Also ein wenig gewöhnungsbedürftig ist sie schon. Doch alleine die Vorstellung das vielleicht mein Vater und Großvater mit so einer geschwommen sein könnten, ist es schon wert, es mal auszuprobieren." Erklärte Martin nun. "Ist auf jede Fall ein Tolles Erlebnis. Ludger sagt, das sie die für alle Genäht haben. Finde das richtig Schön."

"Omi, der wohnt auch in Genderberg. Wo wir nächstes Wochenende hinziehen werden." Rief nun Ludger.

"So, so. Kann es da sein, das ihr den Reinder Bauernhof geerbt habt. Horst Reinder und ich waren als Kinder schon beste Freunde. Er war oft hier. Ich als auch mein Mann, waren auch ebenso oft auf dem Reinder Hof zu finden." Erklärte Oma Anne dann. "Das Zelt was du da siehst. Ist eine Pfadfinder Kothe. Darin haben wir an vielen Orten in ganz Deutschland geschlafen. Ein Nachbar von euch, gehört auch noch dazu. Der Heinz kann dir da noch mehr über alles erzählen, was wir erlebt haben auf unseren Fahrten. Denn er war unser Chronist. " Oma Anne schwelgte gerade zu in alten Erinnerungen. "Ach fast hätte ich vergessen, ich habe euch da belegte Brote gebracht. Dazu noch meinen selbst gemachten Apfelsaft. Stärkt euch dann mal so richtig.« Doch Martin ging nun zu erst zu seinem Fahrrad. Zog die Badehose aus. Hängte diese dann über den Lenker. Trocknete sich dann kurz ab. Um dann nur seine kurze Jeans anzuziehen. Ludger, der das beobachtet hatte, lief sofort zum Zelt. Zog dort auch die Badehose aus. Die er dann über einen Ast hängte. Verschwand im Zelt. Kam kurze darauf auch mit einer kurzen Jeans auch schon wieder raus. "Brüderchen, zieh besser auch deine Badehose aus und deine Jeans dann an." Dann wandte sich Ludger an Martin. "Das ist Armin mein jüngerer Bruder" Besagter zog auch schon seine Badehose aus. Flitzte zum Zelt, wo er die nasse Badehose neben die seines Bruders über den Ast hängte. Wie sein Bruder verschwand er dann im Zelt, um in einer kurzen Jeans wieder raus zu kommen.

"Also Jungens, ihr solltet dem Beispiel der drei folgen. Denn so eine nasse Badehose hat die gleiche Wirkung, wie ein kleiner Kühlschrank." Empfahl Oma Anne den anderen dreien, die noch ihre Badehose an hatten. Die dann aber erst im Zelt verschwanden, um danach, ebenfalls in Jeans raus kamen. Ihre Badehosen hängten sie dann auch über den Ast. Dann ließen sich alle, die belegten Brote und den Apfelsaft schmecken.

"Oma Anne, den Gürtel, denn ich da an habe, bekam ich von unserem Nachbarn. Dem habe ich auch erzählt, das ich mal bei den Pfadfindern im Ort war. Doch es mir da nicht wirklich gefallen hat." Begann dann Martin zu erzählen.

"Wieso hat es dir bei denen nicht gefallen." Wollte Ralf, einer der Freunde von Ludger darauf hin wissen. "Mein Bruder ist da Mitglied. Der findet es da toll. Ich wäre ja auch dabei. Doch ich hatte mich schon für Fußball entschieden."

"Ja, da sitzen wir dann immer auf der Reservebank, meistens auf jeden Fall." Kam es ein wenig wütend von Thor. 

"Stimmt Thor, wir sind eben nicht aus dem Ort, sondern stammen alle von Bauernhöfen in Genderberg." Meldete sich nun auch Arnd zu Wort. "Ich bin übrigens Arnd. Ja und das ist Thor, der eigentlich nicht gut auf die Dorfjugend zu sprechen ist. Wie du ja gehört hast."

"Das verstehe ich ja auch nicht." Mischte sich nun Armin ein. "Warum hat die Dorfjugend denn etwas gegen die Kinder der Bauernhöfe."

"Na die halten sich eben für etwas Besseres. Dabei kann keiner von denen bestimmt einen Traktor fahren." Meinte Thor. Begann dann sich, zu schüttelte sich vor lachen. Wobei alle sofort mit lachten.

"Nun ich kann auch keinen Traktor fahren." Meinte Martin nun. "Habe jetzt auch nicht irgendwie gespürt, das die bei der Pfadfindergruppe, etwas gegen mich gehabt hätten. Nur machten die eben nicht wirklich Pfadfindersachen."

"Was wären denn dann Pfadfindersachen?" Wollte da nun Ralf doch etwas genauer wissen.

"Ein Pfadi kennt sich schon mal mit Knoten aus. So wie denn da oben, wo die beiden Stämme eben zusammengebunden sind. Um dann daran das Zelt aufzuhängen. Also das habt ihr dann schon mal richtig hinbekommen." Da merkte Martin, wie alle auf einmal so schweigsam wurden. Nur Oma Anne lachte nun hellauf.

"Sag bloß mein Junge, du würdest so einen Knoten hinbekommen. Meine Enkel und ihre Freunde haben das nicht so wirklich geschafft." Erklärte Oma Anne.

"Also für mich ist das absolut kein Problem. Habe aber auch lange dafür geübt. Kann auch noch andere Knoten. Die man dann für Lagerbauten oder zum Gepäckverschnüren braucht." Erklärte Martin da nur. Wobei allen klar wurde, das er das so sagte, als wäre es eben normal und er damit wieder auch nicht angeben wollte. "Wie wäre es, wenn ich mein Wissen an euch weiter gebe. Wollte ja eigentlich nun wieder weiter auf meine Radtour. Doch dies ist mir jetzt viel wichtiger."

"Na das wäre ja mal ein tolles Angebot. Das solltet ihr euch nicht durch die Finger gehen lassen." Gefiel auch Oma Anne das Angebot von Martin. "Ich besorge euch mal gleich ein paar Seile." Schon war sie weg.

"Du willst wirklich uns beibringen, richtige Knoten zu machen. Mensch das wäre Super." Meinte Ralf. "Da könnte ich ja dann vielleicht meinem Bruder mal zeigen, was ich drauf habe. Der lästert ja schon immer, darüber, das ich auf der Reservebank meistens sitze. Wohl nicht wirklich zum Fußball tauge." Man merkte gleich, das er da wohl mit seinem Bruder nicht wirklich auf einer Brüderlichen Linie war.

"Also was das dann angeht, da kann ich euch ja noch mehr Pfadfinder Sachen beibringen." Erklärte sich Martin nun sofort bereit. Da legte Ludger seinen Arm um Martin und grinste ihn an.

"Wie wäre es dann, wenn du die Sommerferien hier mit uns verbringst. In der Kothe wäre da noch Platz für einen wie dich." Lud der ihn nun ein.

"Ja komm bleib." Rief Armin nun auch sofort.

"Genau Martin, du bist doch längst einer von uns. Das nicht nur weil du auf dem Reinder Bauernhof lebst, sondern weil du richtig zu uns passen tust." Kam es dann auch von Arnd. Martin wurde bei soviel Lob ein wenig Rot.

»Danke, ihr seid aber auch alle echt Top Freunde schon für mich.« Konterte er dann. »Denke meine Eltern werden auch froh darüber sein, wenn ich ihnen das mitteile. Den sie sind selbstständige Architekten. Im Moment sind sie auch sehr gefragt.« Nun holte Martin das Funkgerät aus der Tasche. Es war zwar noch keine 15 Uhr, doch vielleicht saß sein Vater trotzdem schon an der Funke.

»Feuerstuhl für Windsandale Kommen.« Sprach er in sein Gerät. Seine neuen Freunde bekamen ganz große Augen, als sie das sahen. Da sein Vater noch nicht geantwortet hatte, wiederholte Martin seinen Spruch noch einmal.

»Feuerstuhl hier, höre dich sehr gut Windsandale. Wie läuft es?« Kam dann die Rückfrage.

»Super. Habe mit ein paar Jungen aus unserer Nachbarschaft gerade Freundschaft geschlossen. Wir sind alle bei den Großeltern von zweien. Anne und Hannes heißen die. Ludger sagte mir gerade mit Nachnamen Ferse.«

»Alles klar, dann komme doch bitte jetzt über Draht.« Sagte der Vater nun.

»Roger Feuerstuhl, Over und Out.« Beendete Martin nun das Gespräch.

»Wieso sprichst du nicht weiter über das Funkgerät?« Wollte Ludger jetzt wissen.

»Hat was mit dem Fernmelde und Funkgesetz zu tun. Wo nach die Funksprüche, außer in Notfällen, nicht in Telefongespräche ausarten sollen. Denn so eine Funkfrequenz ist ja nicht nur für einen da. Sondern für sehr viele andere. Die ich vielleicht nicht hören kann, weil deren Funke zu wenig Leistung hat. Aber sie mich. Da könnte es dann sein, das ich in deren Funkgespräch überlagere.«

»Ja das verstehe ich. Doch was ist denn dann Draht, über denn du kommen sollst? Wir haben doch keine Morsestation hier.« Meine Ralf nun.

»Mit Draht ist das Telefon gemeint.« Erklärte Martin nun.

»Na Martin Windsandale, dann zeige ich dir mal, wo das verdrahtete Teil bei uns steht.« Meinte Tante Anne. »Auch würde ich mich dann ein wenig mit Feuerstuhl unterhalten. Dann kannst du hinterher ja mit den Seilen wieder hier herkommen und den Knoten Unterricht starten.« So folgte Martin nun Oma Anne zum Bauernhaus. Das Telefon stand in der Diele, direkt neben einer Treppe, die in die erste Etage führte. Martin hob den Hörer ab und wählte die Nummer.

»Hallo Paps. Meine neuen Freunde meinen, das ich die Sommerferien hier mit ihnen zusammen verbringen solle. Die haben da so ein großes Schwarzes Zelt. Das sie Kothe nennen. Da wäre auch noch Platz für mich drinnen.« Als Martin nun Atem holte, nutze sein Vater diese Pause.

»Martin, du bist ja gar nicht mehr zu bremsen. Über ein Jahr suchst du nach Freunden. Die dann in deinen Sommerferien, ganz zufällig denke ich mal, dann triffst. Ist es dann auch den Großeltern recht, wenn du da bleibst?« Konnte der Vater nun auch endlich loswerden. Doch da nahm Oma Anne den Hörer an sich.

»Wenn ich mich nicht täusche, habe ich da den Jockel, den besten Sippenkoch an der Strippe, richtig. Hier ist Anne Reinder.« Oma Anne konnte sich da ein Grinsen nicht verkneifen. » klar das dein Sohn hierbleiben darf. Den Bauernhof, wo dies der Fall ist, dürftest du ja noch in guter Erinnerung haben. Hast ja auch selbst in der Kothe geschlafen. So wie du mit der, so wie eurer Sippe, durch die Lande gewandert bist.«

»Jetzt wird der Hund in der Pfanne verrückt.« Kam es von Martins Vater, der wohl als Jockel, nun Oma Reinders gut bekannt war. "Anne, bei dir ist mein Junge also gestrandet. Moment mal. Wenn also mein Sohn bei dir gelandet ist. Er sagt, das deine Enkel dann wohl auch meine Nachbarn sind. Dann müsste ja Hendrik, ihr Vater, wohl mein Nachbar sein.«

»So ist es, die ziehen nächstes Wochenende auf dem alten Lüders Hof ein. Der alte Lüders ist ja letzten Herbst verstorben.« Doch dann legte Oma Anne noch eins drauf. »Doch das ist ja noch nicht alles. Henning, Julian, Jörg und Kilian, wohnen schon auf dem Hügel. Auf dem du nun auch noch gelandet bist. Also das Schicksal hat es ja mal richtig gut gemeint. Dann ist euer Stammeschef auch noch dort zu finden, der Horst.«

»Ich wusste doch, das ich meinen Nachbarn irgendwo her kenne. Der hat übrigens Martin die Messerprobe abgenommen.« Martins Vater war nun vollkommen aus dem Häuschen. »Jetzt fällt bei mir der Groschen erst. Du hast vollkommen recht Anne, da hat das Schicksal voll ins Schwarze getroffen. Na da wünsche ich meinen junior noch eine schöne Zeit. Ich oder seine Mutter, werden ihm aber morgen noch ein paar Sachen zu wechseln vor bei bringen.«

»Habe ihm übrigens eine Badehose gegeben, wie sie die ganze Bande schon hat. So eine, wie du und deine ganze Sippe sie damals lieber angezogen habt, als wie die gekauften Schlabber Buxen.« Dabei schmunzelte sie Martin an. »Martin, du kannst jetzt ja wieder zu den anderen zurückgehen. Dein Vater und ich, werden da noch ein wenig klönen. Gehe in den Schuppen und bitte meinen Mann dir ein paar Seile zu geben.« Na das ließ sich Martin nicht zweimal sagen.

»Tschau Paps.« Rief er Richtung Hörer noch und weg war.

»Badehose, wie und meine Freunde sie gerne angezogen haben. Du redest doch nicht von der Dreieckbadehose. So etwas würde doch heute kein Junge mehr anziehen. Ist doch viel zu wenig Stoff.« Meldete sich nun Martins Vater.

»Es ist, wie es ist. Ja und in Sachen Nackedei, kommt er ganz auf dich raus. Wie dann auch meine Enkel auf ihren Vater.« Meinte Anne nur.

»Du sagest gerade, das er in einer Dreieck Badehose schwimmen geht, aber nicht das er da jetzt nackend rumläuft.« Kam es dann doch ein wenig verblüfft vom anderen Ende.

»Nun so weit ist die Bande noch nicht. Doch lange kann es da nicht dauern. Wobei, dein Sohn und meine Enkel damit bestimmt kein Problem hätten. Doch die anderen drei, dann wieder doch. Wenn du übrigens meinst, ich hätte das damals nicht mit bekommen, das ihr euer Morgen und auch euer nächtliches Schwimmen, nackend absolviert habt, da muss ich dich enttäuschen.« Da lachten die beiden.

»Nun selbst wenn er das tun würde. So ist das seine Sache. Er ist ja auch mit seinen Eltern immer begeistert in die Sauna gekommen. Also wird er da auch kein Problem haben, selbst wenn eine Schar Mädchen auftauchen würde. Er ist so scharf auf das Saunieren, das ich jetzt in der alten Scheune, eine große Sauna, mit allem was dazugehört, einbauen werde.«

»Nun das beruhigt mich ja ungemein. Hättest du dann was dagegen, wenn Hannes und meine Wenigkeit es auch mal mit der Sauna probieren? Saunieren soll ja so gesund sein.«

»Anne, ich werde dich sofort informieren, wenn die Sauna einsatzbereit ist.« Verkündete da Martins Vater sofort. Dann ließen sie noch so die ein oder andere Erinnerung an ihre Jugendzeit aufleben. Auch Annes Mann, der mit bekam mit wem seine Frau gerade telefonierte, wechselte dann ein paar Worte mit seinem alten Freund und Pfadfinderbruder. Wobei er auch eine Einladung für Samstag aussprach, wo er dann auch die anderen Altpfadfinder dazu holen würde. Dann könnte man bei gegrillten, noch mal gemeinsam, die alten Zeiten wieder aufleben lassen. Jochen oder eben Kurz Jockel, nahm diese Einladung auch sofort an.


Fortsetzung folgt.

Kommentare